Trotz regnerischem Wetter zog die Hannah Köpf Band mit ihrer zeitlosen Mischung aus Jazz und Pop die treue Fan-Gemeinde beim Völklinger Hüttenjazz an

Sonntag, 25. Juli 2010 um 22:22 Uhr HELMUTH BOCK Kultur Info
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VÖLKLINGEN. Ivo Müller, der künstlerische Leiter des Völklinger Hüttenjazz, schaute am Freitag, 23. Juli misstrauisch zum Himmel. Nach zwei schwül-heissen Events in den vergangenen 14 Tagen schickte Petrus am dritten Spieltag der diesjährigen 10. Jubiläums-Saison den Fans der jungen „Hannah Köpf Banddicke Wolkenbänke und sogar ein wenig Regen vom Himmel. Doch die Jazzbegeisterten ließen sich davon nicht abhalten. Meist mit Regenschirmen bewaffnet lauschten sie ganz begeistert den gefühl-schwiungvollen Quintett aus Köln, das seine Hörer erwartungsgemäß mit einer zeitlosen Mischung aus Jazz, Pop und klassischen Singer / Songwriter - Elementen in eine mal mondbeschienene, mal herbstlich melancholische, mal heiter sonnige Parallelwelt entführten, deren Geschichten auf unvergleichliche Weise erzählt werden wollen.


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Die „Hannah Köpf Band“ in der Besetzung Hannah Köpf (Gesang & Komposition), Christoph Moschberger (Trompete & Flügelhorn), Denis Gäbel (Saxofone, Bassklarinette & Klarinette), Benjamin Schaefer (Klavier), Jakob Kühnemann (Kontrabass) und Oliver Rehmann (Schlagzeug)  zählt zu den außergewöhnlichen Talenten, die mit ihrer Musik an einen anderen Ort versetzen können. Alle Kompositionen verbinden einen beinahe überirdischen Eindruck, der insbesondere durch Hannah Köpfs zauberhaft klare Stimme hervorgerufen wird, mit der vielseitigen Instrumentierung, die nie gekünstelt, sondern im Gegenteil wie etwas organisch Gewachsenes klingt. Diese Atmosphäre des Natürlichen wird durch die treffenden Songtitel nur verstärkt: Dort ist von einem nebelverhangenen Fluss, von Spuren im Schnee und von den Liedern des Windes die Rede.

Die mehrfach preisgekrönten Jazz-Musiker verlieren nie die Lust an der Improvisation oder den Mut, über den musikalischen Tellerrand zu schauen. So blitzen in ihren Songs immer wieder Anleihen aus anderen Genres wie der irischen Folklore und musikalische Zitate der Größen des Fachs auf, die jedoch niemals als Fremdkörper erscheinen, sondern sich allesamt harmonisch in die Arrangements einfügen. Vor dieser Leinwand entfaltet sich die eindringliche Wirkung von Hannah Köpfs Aufmerksamkeit fordernder Interpretation, die ihre Hörer, ohne in stimmliche Exzesse zu verfallen, sofort in ihren Bann zieht. Seit der Gründung im Jahre 2007 trat die Band in zahlreichen Clubs in Deutschland und auf Jazz-Festivals wie dem Nachwuchsfestival in der Leipziger Moritzbastei auf. Im September 2009 belegte die Band den 2. Platz beim Convento Nachwuchs-Jazzpreis NRW und war im November 2009 als Finalist des Future Sounds Wettbewerb auf den Leverkusener Jazztagen zu hören.

Aktualisiert ( Sonntag, 25. Juli 2010 um 22:29 Uhr )